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Case Study: IT-Manager Futtermittelindustrie

Besetzung der Position „IT-Manager (m/w/d)“ – Futtermittelindustrie Schauen Sie mir über die Schulter: In dieser Case Study skizziere ich die erfolgreiche Besetzung einer zentralen IT-Managementfunktion in einem mittelständischen Unternehmen der Futtermittelindustrie in Norddeutschland – von der Ausgangslage über die Suchstrategie bis zum Ergebnis.

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Der Kunde

Ein mittelständischer Hersteller von Misch- und Spezialfuttermitteln mit Hauptsitz in Norddeutschland.

  • Mitarbeitende: rund 450.
  • Standorte: Zentrale und drei Produktionswerke im 24/7-Betrieb sowie ein eigenes Logistiknetz.
  • IT-Landschaft: Microsoft-zentriert (M365, Azure-Services), historisch gewachsenes ERP (Dynamics NAV) mit zahlreichen Add-ons, heterogene OT-Systeme (Silos, Mühlen, Dosierung, Labor).
  • Regulatorik und Standards: QS- und GMP+-Anforderungen, Auditfähigkeit sowie wachsende Anforderungen an die IT/OT-Security (u. a. NIS2-relevante Prozesse).
  • Ausgangssituation: Die bisherige IT-Leitung wechselte in eine Konzernrolle. Das Unternehmen nutzte die Vakanz als Chance, IT und OT zusammenzuführen, die ERP-Modernisierung (NAV zu Business Central) anzustoßen und Cyber-Security sowie Datenverfügbarkeit signifikant zu verbessern.

Die Position

  • Stellenbezeichnung: IT-Manager (m/w/d)
  • Funktion: Gesamtverantwortung für die IT und Schnittstelle zur OT.
  • Befugnisse: Budget- und Personalverantwortung, Provider- und Lizenzmanagement, Architektur- und Security-Governance.
  • Zuständigkeit: Zentrale und Werke – Netzwerk und Segmentierung, MES- und Labor-Integrationen, ERP-Weiterentwicklung, M365/Azure, Backup und Disaster Recovery.
  • Berichtslinie: Direkt an die Geschäftsführung, in enger Zusammenarbeit mit Produktion, Qualität und Logistik.
Eine Hand hält ein leuchtendes Zahnrad mit digitalen Mustern, vor einem dunklen Hintergrund.
Eine Hand fügt ein grünes Puzzlestück in ein fast vollständiges Puzzle mit Geschäftsszenen ein.

Die Herausforderung

  • Ruraler Kandidatenmarkt: Standort im ländlichen Raum mit erforderlicher On-site-Präsenz in den Werken.
  • Heterogene Landschaft: Altes NAV mit umfangreichem Customizing, verteilte OT-Inseln und Legacy-Netze.
  • 24/7-Produktion: Zero-Downtime-Anspruch, geplante Wartungsfenster sind rar.
  • Security und Compliance: Steigende Anforderungen, unter anderem an die NIS2-Prozessreife und die Auditfähigkeit.
  • Budgetrahmen Mittelstand: Wettbewerbsfähiges Paket, aber kein Konzerntarif.
  • Kulturfit: Bodenständige, inhabergeführte Prägung – Hands-on statt „PowerPoint-IT“.
  • Diskretion: Vertrauliche Nachbesetzung ohne Veröffentlichung sensibler Details.

Die Aufgaben

  • Roadmap „NAV/BC-Modernisierung“ inklusive Schnittstellen zu EDI, WMS und Tourenplanung.
  • IT/OT-Security: Netzwerksegmentierung, Patch- und Vulnerability-Management sowie Awareness.
  • Betriebsstabilität im 24/7-Umfeld und OT-nahes Incident- und Change-Management.
  • Teamaufbau in Helpdesk, SysOps/Netz und Applikationen sowie Sourcing und Partnersteuerung.
  • Aufbau von KPI und Reporting zu Verfügbarkeit, OEE-nahen IT-Kennzahlen und Servicequalität.

Die Erfolgsstrategie

  • Zielfirmen-Mapping und Marktsondierung (2 Wochen): über 80 Zielfirmen aus Futtermittel, Tiernahrung, Mühlen und Ölsaaten, Stärke, Mischfuttertechnik und Agrarhandel, ergänzt um Prozessindustrie mit IT/OT-Schnittstellen. Identifiziert wurden die Profilcluster „ERP-Modernisierer (NAV/BC/SAP)“, „OT-Netzwerk und Security“ sowie „Produktions-IT 24/7“.
  • Kombinierte Direktsuche: telefonische Direktansprache bis zur Teamleitungsebene parallel zu LinkedIn- und Xing-Outreach sowie gezielter Ansprache über berufsnahe Communities und Verbände. Geschärfte Value Proposition: hohe Gestaltungshoheit, kurzer Draht zur Geschäftsführung, sichtbarer Impact auf OEE, Qualität und Compliance und eine verlässliche Rufbereitschaftsregelung statt „always on“.
  • Vorauswahl und Eignungsdiagnostik: strukturierte Interviews zu Fach und Kultur, Praxis-Case „Brownfield-Modernisierung NAV/BC“ mit Priorisierung downtime-armer Releases, Technik-Deep-Dive zu Netzwerksegmentierung, Hardening, Backup- und Restore-Tests (RPO/RTO), Cloud-Readiness und Lizenzkosten sowie ein Referenz-Dreiklang aus fachlicher, disziplinarischer und Kunden- beziehungsweise Partnersicht.
  • Prozessführung und Arbeitgeberattraktivität: zeitkritische Taktung mit wöchentlichem Status entlang der Verfügbarkeitsfenster der Produktion, pragmatisches Relocation-Paket plus hybrides Modell mit festen On-site-Tagen und eine bereits im Auswahlprozess abgestimmte 100-Tage-Roadmap.

Ergebnisse & Kennzahlen

Recherchierte Zielfirmen:67
Angesprochene Kandidaten:156
Präsentierte Kandidaten:4(Shortlist)
Erstes GF-Gespräch in Woche:3
Projektdauer gesamt:7Wochen

Das Fazit

Innerhalb von 7 Wochen lag eine belastbare Shortlist aus vier Kandidatinnen und Kandidaten vor. Gewählt wurde ein IT-Manager mit 12 Jahren Erfahrung in der prozessnahen Fertigung (Mühlen und Tiernahrung), nachgewiesener NAV-zu-BC-Migration, OT-Security-Projekten und Teamaufbau (8 FTE plus Dienstleister). Ausschlaggebend waren sein Hands-on-Profil, die Change-Erfahrung in Brownfield-Umgebungen und ein klarer 100-Tage-Plan nach dem Dreiklang Stabilisieren – Absichern – Modernisieren.

Quick Wins der ersten 100 Tage

  • Rufbereitschaft und Wartungsfenster standardisiert, kritische Backups getestet (RTO unter 4 Stunden für Kernsysteme).
  • Netzsegmentierung IT/OT im Werk 1 pilotiert, Inventarisierung von Hardware, Software und OT-Assets abgeschlossen.
  • NAV stabilisiert (Release-Pfad, Add-on-Bereinigung) und M365 gehärtet (MFA, Conditional Access).
  • Providersteuerung neu vergeben mit SLA-Transparenz und rund 12 % Kostenreduktion pro Jahr.

Roadmap für 12 bis 18 Monate

  • Migration von NAV auf Business Central in downtime-armen Wellen, EDI-Harmonisierung sowie WMS- und Touren-Integration.
  • Security-Programm mit Awareness, Patch-Management, Netzwerk-Zonierung in allen Werken und regelmäßigen Restore-Drills.
  • Team-Skalierung in Applikationsbetreuung und OT-Schnittstelle sowie KPIs zu Verfügbarkeit und Servicequalität.

Warum dieser Ansatz funktioniert

  • Branchennähe: Kandidaten aus Feed, Tiernahrung und Prozessindustrie bringen das nötige Verständnis für QS und GMP+, Chargenrückverfolgbarkeit und OT-Besonderheiten mit.
  • Direktsuche bis in die Linienebene: Sie erreicht versteckte Talente, die online kaum sichtbar sind.
  • Eignungsdiagnostik mit Praxis-Case: Sie trennt PowerPoint-Strategen von echten Hands-on-Modernisierern.
  • Früher Kulturfit-Abgleich: Er minimiert Onboarding-Risiken und erhöht die Bindung.

Stimmen aus dem Projekt


„Entscheidend war, dass wir jemanden finden, der Brownfield-Modernisierung im laufenden 24/7-Betrieb beherrscht und gleichzeitig Security und Compliance pragmatisch voranbringt. Die Shortlist war fachlich wie kulturell auf den Punkt. Besonders überzeugt hat uns die prozessgeleitete Suche und der klare 100-Tage-Plan des ausgewählten Kandidaten.“

— Geschäftsführer, Futtermittelgesellschaft Norddeutschland