Moderne Energieinfrastruktur mit Kraftwerk, Stromleitungen und digitalen Elementen in einem futuristischen Design.

Case Study: Leiterin Trink- und Abwasserversorgung

Besetzung der Position „Leiter Trink- und Abwasserversorgung (m/w/d)“ – kommunaler Eigenbetrieb in Nordrhein-Westfalen Schauen Sie uns bei einem anonymisierten Projekt über die Schulter: Diese Case Study zeigt, wie eine kommunale Schlüsselposition mit hoher technischer und regulatorischer Verantwortung treffsicher, diskret und zügig besetzt wurde.

Startseite » Case Study: Leiterin Trink- und Abwasserversorgung

Der Kunde

Ein städtischer Eigenbetrieb in Nordrhein-Westfalen mit rund 95 Mitarbeitenden, verantwortlich für die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbeseitigung einer Stadt im Metropolraum.

  • Trinkwasser: Gewinnung, Aufbereitung, Netzbetrieb (~350 km Leitungsnetz), Hausanschlüsse, Zählerwesen.
  • Abwasser: Kläranlage (100.000 EW), Kanalnetz (~280 km), Pumpwerke, Regenbecken.
  • Besonderheiten: 24/7-Versorgungssicherheit, Daseinsvorsorge, politische Gremienarbeit, TVöD, Digitalisierungsagenda (SCADA, GIS, Asset-Management) sowie hohe Energie- und Nachhaltigkeitsziele.

Die Position

  • Stellenbezeichnung: Leiter Trink- und Abwasserversorgung (m/w/d)
  • Funktion: Gesamtverantwortung für die Wertschöpfungskette Trinkwasser und Abwasser (Betrieb, Instandhaltung, Projekte)
  • Führungsspanne: 4 Bereichsleitungen (Wasserwerk, Klärwerk, Netz, Technik/Projekt) und Stabsstellen (HSE/Qualität); indirekt rund 90 Mitarbeitende
  • Berichtslinie: Betriebsleitung / Werkleitung
  • Standort: NRW, Metropolraum mit hohem Wettbewerb um Ingenieurinnen und Ingenieure
Eine Hand hält ein leuchtendes Zahnrad mit digitalen Mustern, vor einem dunklen Hintergrund.
Eine Hand fügt ein grünes Puzzlestück in ein fast vollständiges Puzzle mit Geschäftsszenen ein.

Die Herausforderung

  • Enger Kandidatenmarkt: Die Kombination aus kommunaler Verantwortung, breitem Know-how in Wasser und Abwasser, Führungsstärke und Gremienerfahrung ist selten.
  • Geografische Bindung: Kandidaten möglichst wohnortnah (Rufbereitschaft, lokale Netzkenntnis); begrenzte Umzugsbereitschaft.
  • Tariflicher Rahmen: Der TVöD ist attraktiv, im Wettbewerb mit der Industrie aber limitiert – eine Value Proposition jenseits des Gehalts war nötig.
  • Regulatorische Tiefe: Nachweisbare Compliance-Routine und Krisenmanagement (Störfälle, Trockenheit, Starkregen).
  • Change und Digitalisierung: Asset-Management, Leitsystem-Erfahrung, KPI-Orientierung, Vergabe-Souveränität und Change-Führung.
  • Diskretion: Vertrauliche Suche bei interner Übergangsregelung und Marktbeobachtung durch Nachbargemeinden.

Die Aufgaben

  • Sicherstellung der Ver- und Entsorgungssicherheit (24/7, Rufbereitschaftskonzept)
  • Compliance mit einschlägigen Regelwerken (u. a. TrinkwV, DVGW-Regelwerk, Eigenüberwachung Abwasser NRW) und Audit-Vorbereitung
  • Investitions- und Instandhaltungsplanung (CAPEX/OPEX, Fördermittel) sowie Vergaben (VgV/UVgO)
  • Technische Projekte wie Energieeffizienz, Reduzierung von Wasserverlusten, Starkregenvorsorge und ggf. 4. Reinigungsstufe
  • Stakeholder-Management gegenüber Betriebsleitung, Aufsichtsorganen, Politik und Öffentlichkeit

Die Erfolgsstrategie

  • Anforderungsschärfung (Woche 1): Vor-Ort-Briefing mit Werkleitung und Technik, Begehung von Wasserwerk und Kläranlage, Review von Investitionsprogramm und Organisation; Muss-/Kann-Profil inklusive Äquivalenzen.
  • Zielfirmen-Landkarte (Woche 1–2): 42 Zielorganisationen in NRW und angrenzend – Stadtwerke, Wasserverbände, Netzbetreiber und Engineering-Dienstleister.
  • Direktsuche (Woche 2–5): Telefonische Direktansprache plus LinkedIn/Xing-Sourcing mit fachlichen Triggern wie Trinkwasserqualität, Starkregenmanagement und Energie-KPIs.
  • Employer Value Proposition: Sinnbezug der Daseinsvorsorge, Gestaltungsspielraum im Investprogramm, Planungssicherheit, fair verteilte Rufbereitschaft und Weiterbildung.
  • Eignungsdiagnostik (Woche 3–6): Strukturiertes Kompetenzinterview, Fallstudie „48 Stunden Starkregen + Pumpwerksausfall“, Führungsprofiling und Referenz-Triangulation.
  • Gremien-Fit (Woche 5–8): Wöchentliche Statusberichte, strukturierte Kandidatenmappen und Vorbereitung auf die Vorstellung im Werksausschuss.

Ergebnisse & Kennzahlen

Recherchierte Zielfirmen:42
Angesprochene Kandidaten:121
Geführte Erstgespräche:37
Präsentierte Kandidaten:4
Erste Präsentation nach:3,5Wochen
Projektdauer gesamt:8Wochen

Das Fazit

Innerhalb von acht Wochen lagen drei überzeugende Finalisten vor. Die ausgewählte Kandidatin – M.Sc. Siedlungswasserwirtschaft, zwölf Jahre Führungserfahrung in Netz und Anlagen, audit-erfahren und change-stark – überzeugte mit einem 90-Tage-Plan zu Betriebssicherheit, Energie-KPIs, Asset-Datenqualität und Vergabe-Pipeline.

Trotz tariflicher Grenzen gelang der Wechsel aus einem benachbarten Stadtwerk – ermöglicht durch eine passgenaue Value Proposition und klaren Gestaltungsspielraum. Ergebnis: vertragliche Einigung und ein strukturierter Onboarding-Fahrplan mit Shadowing, Störfall-Simulation und KPI-Boarding.

Warum diese Besetzung funktioniert hat

  • Sinn und Sicherheit statt nur Gehalt: Daseinsvorsorge, langfristige Investitionsagenda, wertschätzende Führungskultur.
  • Technik und Führung als Doppelprofil: Nachweisbare Betriebserfahrung und Veränderungskompetenz.
  • Direktsuche als Pflicht: Persönliche Erstansprache erreicht auch latent Wechselbereite.
  • Diagnostik, die den Alltag spiegelt: Fallstudien und KPI-Denken statt reiner Lebenslauf-Bewertung.
  • Stakeholder-Enablement: Gremien-Fit und Entscheidungsvorlagen beschleunigen den Prozess.

Stimmen aus dem Projekt


„Die Kombination aus technischer Tiefe und Prozessmethodik hat uns beeindruckt. Besonders hilfreich waren die realitätsnahe Fallstudie zum Starkregen-Szenario und die Vorbereitung auf die Gremiensitzung. Wir hätten nicht gedacht, dass wir in acht Wochen eine so passgenaue Besetzung erreichen.“

— Werkleitung, kommunaler Eigenbetrieb (NRW)