Das Geheimnis hinter Executive Search – Direktsuche von Führungskräften

Sie wird auch als Königsdisziplin der Personalsuche bezeichnet: Die Executive Search. Noch nicht davon gehört? Dann sind vielleicht die deutschen Begriffe Direktsuche oder Direktansprache geläufiger. Beschrieben wird damit aber ein und derselbe Prozess.

Kompetente Führungskräfte suchen nicht aktiv nach offenen Positionen, da sie meist schon eine innehaben. Der Kampf um hochkarätige Talente ist, aufgrund des Fachkräftemangels, so hart wie nie und eine Stelle schnellstmöglich und kostengünstig zu besetzen, wird zur fast unmöglichen Aufgabe.

Fast – die Lösung bietet dafür Executive Search.
Führungskräfte in Toppositionen sollen aktiv von der Konkurrenz abgeworben werden und das möglichst diskret. Die Suche wird dabei passgenau auf die Ansprüche und Anforderungen des Unternehmens an den Kandidaten abgestimmt.

Executive Search

Handelten die Headhunter bis Mitte der Neunziger noch in der rechtlichen Grauzone, ist es seit 1994 in Deutschland erlaubt, potenzielle Kandidaten von Konkurrenzunternehmen zu kontaktieren, um sie auf passende Vakanzen aufmerksam zu machen.
Die Durchführung einer Direktsuche lässt sich dabei in fünf Phasen unterteilen.

Projektvorbereitung & Bedarfsanalyse
Innerhalb der Bedarfsanalyse setzen sich Headhunter und Unternehmen zusammen und arbeiten aus, welche Anforderungen an den potenziellen Kandidaten bestehen. Dabei sollte hervorgehen, welche Kompetenzen der Kandidat besitzen sollte und ob diese mit der eigenen Unternehmenskultur vereinbar sind. Die elementaren Fragen sind dabei meist:

  • Welche Vorerfahrungen soll der Kandidat mitbringen?
  • Was waren die Kerngebiete der vorherigen Stellen?
  • Wieviel Gehalt ist für diese Stelle geplant?
  • Soll der Kandidat ein gutes, berufliches Netzwerk besitzen?
  • Soll er große Erfolge vorweisen können?

Identifizierung & Ansprache
Sind die Rahmenbedingungen geklärt, kann die eigentliche Arbeit des Headhunters beginnen. Während der Executive Search betreibt er Active Sourcing.
Dazu nutzt er das eigene Netzwerk, interne Datenbanken, aber auch Business Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. Auf Basis dieser Kontakte kann er eine Liste mit Zielunternehmen und interessanten Kandidaten erstellen.

Nach der Ermittlung der geschäftlichen Kontaktdaten wird der Kandidat erstmals direkt angesprochen. Ziel des Gesprächs ist es, der Führungskraft nähere Details zu der Seite zu vermitteln, während der Headhunter die Aufgabe hat, möglichst viele Informationen über den Kandidaten zu erhalten. Das können Angaben zum Lebenslauf, Soft Skills oder anderweitigen Qualifikationen sein. Besteht nach diesem kurzen Ersttelefonat ernsthaftes Interesse bei beiden Parteien, folgt ein längeres Telefoninterview.

Vorauswahl
Aus dem Pool aller Kandidaten muss nach der Erstansprache bzw. den Telefoninterviews eine Vorauswahl der Personen getroffen werden, welche den Anforderungen am ehesten entsprechen. Anschließende Gespräche, die häufig auf persönlicher Ebene stattfinden, entscheiden über die Passung. Neben einem Background- und Referenzcheck sollten auch die Gründe für einen Wechsel der Stelle offengelegt werden und den Gehaltsvorstellungen.

Präsentation & Auswahl
Auf Basis des erlangten Wissens legt der Headhunter eine Auswahl an wenigen Kandidaten fest, welche dem auftraggebenden Unternehmen vorgestellt werden sollen. Dazu erstellt er umfassende Kandidatenprofile, welche Lebenslauf und Persönlichkeit in einer sogenannten “Shortlist” wiedergeben. Bei einem Zusammentreffen von Führungskraft und Unternehmen können die gegenseitigen Vorstellungen noch einmal persönlich abgeglichen werden. Während des Dialogs ist es auf Seite des Unternehmens sehr wichtig auf Augenhöhe mit dem Kandidaten zu kommunizieren. Schließlich ist er kein herkömmlicher Bewerber.

Entscheidung & Onboarding
Von einer erfolgreichen Executive Search kann im Anschluss erst gesprochen werden, wenn die vakante Stelle mit einer kompetenten Führungskraft besetzt ist. Dabei können zuständige Headhunter auch noch im weiteren Onboardingprozess eingebunden sein. Neben Vertragsverhandlungen umfasst dies meist auch die Integration des neuen Mitarbeiters ins Unternehmen.

Die Vorteile dieser Rekrutierungsmethode liegen unternehmensseitig auf der Hand. Durch die passgenaue Suche entstehen beispielsweise keine Streuverluste, wie etwa beim Schalten einer Anzeige in Jobportalen. Durch Berufserfahrung und nötiges Know-How der Headhunter bei der Ansprache sparen Unternehmen wertvolle Kosten und Zeit.

Angeworbene Kandidaten können sich über eine neue Herausforderung als Führungskraft freuen und bekommen nicht selten bis zu 20 % mehr Gehalt in der neuen Position. Durch die Kontaktaufnahme des Unternehmens entfällt auch ein großer Mehraufwand.