Case Study: Direktor Operation

Schiffsausrüster (Systemlieferant HVAC), Norddeutschland Hinter den Kulissen – so besetzen wir erfolgskritische Führungsrollen

Logo Proven Expert Top Dienstleister und Empfehlung 2025 von Proven Expert

Der Kunde

Ein familiengeführter, international tätiger Schiffsausrüster mit Schwerpunkt auf maritimen HVAC-Systemen (Heizen, Lüften, Kühlen) für Neubau- und Retrofit-Projekte. Projektgeschäft mit großen Werften in Norddeutschland, flankiert durch eigene Fertigung, Engineering und After-Sales/Service.
Kontext: Stark schwankende Auftragslast durch Projektzyklen, hohe Qualitäts- und Klassifikationsanforderungen (u. a. Klasse/Flagge), zunehmender Kostendruck und Lieferkettenrisiken.

Die Position

  • Stellenbezeichnung: Direktor Operation (m/w/d)
  • Funktion: Gesamtverantwortung Operations (Produktion, Supply Chain, Projekte & Montage, Service)
  • Befugnisse: Vollumfängliche Budget- und Ergebnisverantwortung für den Bereich; Weisungsbefugnis für Bereichs- und Abteilungsleiter
  • Zuständigkeit: 3 Standorte in Norddeutschland inkl. Fertigung, Logistik, Testfeld (FAT), Projektmanagement und Vor-Ort-Montage auf Werft
  • Kernaufgaben:
    • End-to-End-Steuerung Order-to-Delivery (S&OP, Kapazitäts-/Materialplanung, On-time Delivery)
    • Einführung/Weiterentwicklung Lean-System (Shopfloor-Management, OEE, KVP)
    • Lieferantenstrategie und Dual-Sourcing, Qualitäts- und EHS-Verantwortung
    • Schnittstelle Engineering/Vertrieb/Service; Claim-/Change-Management im Projektgeschäft
    • Compliance mit maritimen Normen/Klassenvorgaben
  • Berichtslinie: Geschäftsführung (CEO/Managing Director)

Die Herausforderung

  • Enger Kandidatenmarkt: Kombination aus maritimer Projektlogik, HVAC-Systemverständnis und skalierbarer Operationsführung ist selten.
  • Projekt- & Werfttaktung: Hohe Terminkritikalität (Dockfenster), parallele Großprojekte, hohe Varianz – erfordert belastbare S&OP- und Eskalationsprozesse.
  • Lieferkettenvolatilität: Langläufer-Komponenten (u. a. Verdichter, Wärmetauscher) mit begrenzter Verfügbarkeit; Notwendigkeit von Risiko- und Bestandsstrategien.
  • Change-Auftrag: Kulturwandel von “Feuerwehr” zu standardisiertem, KPI-getriebenem Betrieb – ohne Geschwindigkeit in Kundenprojekten zu verlieren.
  • Diskretion & Wettbewerb: Suche musste vertraulich erfolgen; direkte Wettbewerber nur eingeschränkt adressierbar.
  • Standortanforderung: Präsenz in Norddeutschland, Reisebereitschaft Werft/Standorte, Deutsch & Englisch verhandlungssicher.

Die Erfolgsstrategie

  • Scorecard & Sucharchitektur (Woche 1):
    Gemeinsame, messbare Erfolgskriterien: >95 % On-time Delivery, Reduktion Durchlaufzeit −20 % in 12 Monaten, OEE +10 pp, ppm-Fehlerquote −30 %. Kultur-Fit: hands-on, werft-tauglich, datengetrieben.
  • Zielmärkte & Talentpools (Woche 1–2):
    Primär: Maritime Systemlieferanten, Schiffbau-/Werftumfeld, Marine-HVAC.
    Sekundär (Cross-Industry): Serien-/Auftragsfertiger mit hoher Variantenvielfalt (Rail, Energy, Prozess-/Gebäudetechnik, Offshore), Projekt-EPC.
  • Kombinierte Direktsuche:
    Parallelansprache via Telefon/Executive-Netzwerk und diskrete Target-Kampagnen. Nutzung von Referenzpfaden (C-Level, Werft-PMOs) und “Hidden Champions”.
  • Wertangebot (EVP) schärfen:
    Unternehmertischer Gestaltungsspielraum, direkter Draht zur GF, sichtbarer Impact auf P&L, starke Service-Pipeline (Recurring Revenue).
  • Mehrstufige Eignungsdiagnostik:
    • Strukturiertes Tiefeninterview (STAR) mit Fokus Projektgeschäft/Operations.
    • Fallstudie “HVAC-Lieferengpass & Werftslot” (60 min) inkl. S&OP-Pitch.
    • Werks-/Shopfloor-Begehung mit Gemba-Gespräch.
    • Persönlichkeits-/Leadership-Check (situatives Führen, Stakeholder-Management).
  • Stakeholder-Alignment & Geschwindigkeit:
    Wöchentliche 30-min-Stand-Ups mit GF/HR/Operations-Leads, schnelle Feedback-Loops, kalibrierte Shortlist nach 3 Wochen.
  • Vergütungs- & Relocation-Architektur:
    Marktgerechter Fix/Bonus mit klaren KPI-Triggern, Umzugs- und Übergangsleistungen; langfristige Bindung via LTIs.

Das Vorgehen (Timeline)

  • Woche 1: Kick-off, Rollen-Scorecard, Suchlandkarte (80 Zielfirmen), EVP-Storyline.
  • Woche 2–3: Direktsuche, Longlist-Interviews (15), Pre-Reference-Checks.
  • Woche 4: Shortlist (5) mit Executive Summaries & Kompetenz-Matrix.
  • Woche 5: Case-Assessment & Werksrundgänge (Top 3).
  • Woche 6: Finalrunden mit GF inkl. 90-Tage-Plan-Review.
  • Woche 7: Angebot, Vertragsverhandlung, Unterschrift.
  • Woche 8–12: Onboarding-Begleitung (Shadowing, KPI-Baseline, 30/60/90-Day-Check).

Ergebnisse & Kennzahlen

Time to hire:7Wochen bis Vertragsunterschrift
Ansprachen (Direktsuche):112
Geführte Interviews (Longlist):15
Shortlist-Kandidaten:5
Finalisten nach Case:3
Einstellung:1(Prior-Rolle: Head of Operations, maritimer Systemlieferant)
Diversity:2weibliche Kandidatinnen in Shortlist

Onboarding-Impact (nach 6 Monaten)

On-time Delivery+11 pp
Durchlaufzeit-14 %
Materialverfügbarkeit kritischer Teile+18 pp
Nacharbeitsquote-22 %

(Kennzahlen vom Kunden bestätigt; Startwerte in der KPI-Baseline dokumentiert.)

Das Fazit

Durch eine präzise definierte Scorecard, fokussierte Direktsuche in relevanten Nischen-Pools und eine praxisnahe Diagnostik (Fallstudie + Gemba) konnte eine rare Profilkombination gewonnen werden: strategisch denkender, operativ starker Operations-Leader mit maritimer Projekt-DNA. Die zügige Besetzung stabilisierte die Werft-Taktung, erhöhte die Liefertreue und legte die Basis für skalierbare Prozesse im Projekt- und Servicegeschäft.

Stimmen aus dem Projekt

„Die Mischung aus Geschwindigkeit und Tiefgang hat uns überzeugt. Besonders die Case-Simulation zur Werft-Taktung zeigte, wer wirklich im maritimen Projektalltag bestehen kann.“

— Geschäftsführer (anonymisiert)

„Vom ersten Tag an klare KPI-Ziele und Handlungsspielraum. Die enge Verzahnung von S&OP, Einkauf und Shopfloor war der Hebel, um die Liefertreue rasch zu heben.“

— Eingestellter Direktor Operation

Erfolgsfaktoren & Lessons Learned

  • Scorecard vor Suche: Einigung auf harte Outcome-KPI verkürzt Diskussionen im Auswahlprozess.
  • Cross-Industry klug nutzen: Rail/Building-HVAC liefert wertvolle Operations-Skills – maritime Compliance muss jedoch gezielt nachgeschult werden.
  • Case first: Realistische, werftnahe Fallstudien trennen “PowerPoint” von operativer Exzellenz.
  • S&OP als Rückgrat: Früher Aufbau einer belastbaren 13-Wochen-Rolle-Planung verhindert Eskalationen im Dockfenster.
  • Onboarding mit KPI-Baseline: Mess- und sichtbarer Frühnutzen erhöht Akzeptanz in der Organisation.