Der Kunde
Ein familiengeführter, international tätiger Schiffsausrüster mit Schwerpunkt auf maritimen HVAC-Systemen (Heizen, Lüften, Kühlen) für Neubau- und Retrofit-Projekte. Projektgeschäft mit großen Werften in Norddeutschland, flankiert durch eigene Fertigung, Engineering und After-Sales/Service.
Kontext: Stark schwankende Auftragslast durch Projektzyklen, hohe Qualitäts- und Klassifikationsanforderungen (u. a. Klasse/Flagge), zunehmender Kostendruck und Lieferkettenrisiken.
Die Position
- Stellenbezeichnung: Direktor Operation (m/w/d)
- Funktion: Gesamtverantwortung Operations (Produktion, Supply Chain, Projekte & Montage, Service)
- Befugnisse: Vollumfängliche Budget- und Ergebnisverantwortung für den Bereich; Weisungsbefugnis für Bereichs- und Abteilungsleiter
- Zuständigkeit: 3 Standorte in Norddeutschland inkl. Fertigung, Logistik, Testfeld (FAT), Projektmanagement und Vor-Ort-Montage auf Werft
- Kernaufgaben:
- End-to-End-Steuerung Order-to-Delivery (S&OP, Kapazitäts-/Materialplanung, On-time Delivery)
- Einführung/Weiterentwicklung Lean-System (Shopfloor-Management, OEE, KVP)
- Lieferantenstrategie und Dual-Sourcing, Qualitäts- und EHS-Verantwortung
- Schnittstelle Engineering/Vertrieb/Service; Claim-/Change-Management im Projektgeschäft
- Compliance mit maritimen Normen/Klassenvorgaben
- Berichtslinie: Geschäftsführung (CEO/Managing Director)


Die Herausforderung
- Enger Kandidatenmarkt: Kombination aus maritimer Projektlogik, HVAC-Systemverständnis und skalierbarer Operationsführung ist selten.
- Projekt- & Werfttaktung: Hohe Terminkritikalität (Dockfenster), parallele Großprojekte, hohe Varianz – erfordert belastbare S&OP- und Eskalationsprozesse.
- Lieferkettenvolatilität: Langläufer-Komponenten (u. a. Verdichter, Wärmetauscher) mit begrenzter Verfügbarkeit; Notwendigkeit von Risiko- und Bestandsstrategien.
- Change-Auftrag: Kulturwandel von “Feuerwehr” zu standardisiertem, KPI-getriebenem Betrieb – ohne Geschwindigkeit in Kundenprojekten zu verlieren.
- Diskretion & Wettbewerb: Suche musste vertraulich erfolgen; direkte Wettbewerber nur eingeschränkt adressierbar.
- Standortanforderung: Präsenz in Norddeutschland, Reisebereitschaft Werft/Standorte, Deutsch & Englisch verhandlungssicher.
Die Erfolgsstrategie
- Scorecard & Sucharchitektur (Woche 1):
Gemeinsame, messbare Erfolgskriterien: >95 % On-time Delivery, Reduktion Durchlaufzeit −20 % in 12 Monaten, OEE +10 pp, ppm-Fehlerquote −30 %. Kultur-Fit: hands-on, werft-tauglich, datengetrieben. - Zielmärkte & Talentpools (Woche 1–2):
Primär: Maritime Systemlieferanten, Schiffbau-/Werftumfeld, Marine-HVAC.
Sekundär (Cross-Industry): Serien-/Auftragsfertiger mit hoher Variantenvielfalt (Rail, Energy, Prozess-/Gebäudetechnik, Offshore), Projekt-EPC. - Kombinierte Direktsuche:
Parallelansprache via Telefon/Executive-Netzwerk und diskrete Target-Kampagnen. Nutzung von Referenzpfaden (C-Level, Werft-PMOs) und “Hidden Champions”. - Wertangebot (EVP) schärfen:
Unternehmertischer Gestaltungsspielraum, direkter Draht zur GF, sichtbarer Impact auf P&L, starke Service-Pipeline (Recurring Revenue). - Mehrstufige Eignungsdiagnostik:
- Strukturiertes Tiefeninterview (STAR) mit Fokus Projektgeschäft/Operations.
- Fallstudie “HVAC-Lieferengpass & Werftslot” (60 min) inkl. S&OP-Pitch.
- Werks-/Shopfloor-Begehung mit Gemba-Gespräch.
- Persönlichkeits-/Leadership-Check (situatives Führen, Stakeholder-Management).
- Stakeholder-Alignment & Geschwindigkeit:
Wöchentliche 30-min-Stand-Ups mit GF/HR/Operations-Leads, schnelle Feedback-Loops, kalibrierte Shortlist nach 3 Wochen. - Vergütungs- & Relocation-Architektur:
Marktgerechter Fix/Bonus mit klaren KPI-Triggern, Umzugs- und Übergangsleistungen; langfristige Bindung via LTIs.
Das Vorgehen (Timeline)
- Woche 1: Kick-off, Rollen-Scorecard, Suchlandkarte (80 Zielfirmen), EVP-Storyline.
- Woche 2–3: Direktsuche, Longlist-Interviews (15), Pre-Reference-Checks.
- Woche 4: Shortlist (5) mit Executive Summaries & Kompetenz-Matrix.
- Woche 5: Case-Assessment & Werksrundgänge (Top 3).
- Woche 6: Finalrunden mit GF inkl. 90-Tage-Plan-Review.
- Woche 7: Angebot, Vertragsverhandlung, Unterschrift.
- Woche 8–12: Onboarding-Begleitung (Shadowing, KPI-Baseline, 30/60/90-Day-Check).
Ergebnisse & Kennzahlen
Onboarding-Impact (nach 6 Monaten)
(Kennzahlen vom Kunden bestätigt; Startwerte in der KPI-Baseline dokumentiert.)
Das Fazit
Durch eine präzise definierte Scorecard, fokussierte Direktsuche in relevanten Nischen-Pools und eine praxisnahe Diagnostik (Fallstudie + Gemba) konnte eine rare Profilkombination gewonnen werden: strategisch denkender, operativ starker Operations-Leader mit maritimer Projekt-DNA. Die zügige Besetzung stabilisierte die Werft-Taktung, erhöhte die Liefertreue und legte die Basis für skalierbare Prozesse im Projekt- und Servicegeschäft.
Stimmen aus dem Projekt
„Die Mischung aus Geschwindigkeit und Tiefgang hat uns überzeugt. Besonders die Case-Simulation zur Werft-Taktung zeigte, wer wirklich im maritimen Projektalltag bestehen kann.“
— Geschäftsführer (anonymisiert)
„Vom ersten Tag an klare KPI-Ziele und Handlungsspielraum. Die enge Verzahnung von S&OP, Einkauf und Shopfloor war der Hebel, um die Liefertreue rasch zu heben.“
— Eingestellter Direktor Operation
Erfolgsfaktoren & Lessons Learned
- Scorecard vor Suche: Einigung auf harte Outcome-KPI verkürzt Diskussionen im Auswahlprozess.
- Cross-Industry klug nutzen: Rail/Building-HVAC liefert wertvolle Operations-Skills – maritime Compliance muss jedoch gezielt nachgeschult werden.
- Case first: Realistische, werftnahe Fallstudien trennen “PowerPoint” von operativer Exzellenz.
- S&OP als Rückgrat: Früher Aufbau einer belastbaren 13-Wochen-Rolle-Planung verhindert Eskalationen im Dockfenster.
- Onboarding mit KPI-Baseline: Mess- und sichtbarer Frühnutzen erhöht Akzeptanz in der Organisation.




