Recruiting der Zukunft – Trends für 2018

Spannende Frage: Wie sieht eigentlich das Recruiting der Zukunft aus?

Im “War of Talents” müssen Unternehmen immer innovativer werden, um die begehrten Kandidaten für sich zu gewinnen. Da die jüngeren Generationen als “Digital Natives” aufgewachsen sind und tagtäglich mobile Endgeräte nutzen, suchen sie auch nach ihren zukünftigen Jobs über den digitalen Weg.

In einer Studie vom Centre of Human Resources Information Studies (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg wurden nun die Recruiting Trends für 2018 vorgestellt. Die Studie zeigt deutlich, wer erfolgreiches Recruiting betreiben will, muss sich den Kandidaten anpassen. Diese sind in vielen Bereichen nämlich deutlich innovativer als Unternehmen vermuten, beispielsweise bei der Verwendung neuer Technologien.

Trends 2018

Beispiel gefällig? Digital Natives wollen sich gern schnell und unkompliziert über ihr Smartphone bewerben. 55% haben dafür auch alle notwendigen Bewerbungsunterlagen auf den mobilen Endgeräten. Der Trend geht da durch zu den sogenannten One-Klick-Bewerbungen. Dabei laden die Bewerber ihre Daten aus Business-Netzwerken (Xing, LinkedIn) hoch. Auch wenn viele Unternehmen noch auf die herkömmlichen Bewerber-Management-Systeme setzen, lohnt sich die Überlegung einer Einführung des One-Klick-Systems. Auf Bewerberseite wird jede Menge Zeit gespart, was auch Bewerbungen von Kandidaten begünstigt, die sich bei klassischen Bewerbersystemen nicht beworben hätten.

Wer mobiles Recruiting für sich nutzen will, sieht gern erst einmal die “vielen” Herausforderungen vor sich. Natürlich ist ein gewisser technischer Aufwand nötig, welcher mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Allerdings zeigt die Studie, dass mehr als die Hälfte der Befragten eher auf eine Stellenanzeige reagieren, die mobil optimiert ist. Das Potenzial dabei liegt auf der Hand und könnte durch die Entwicklung einer App genutzt werden. Beispielsweise werden darin neue Stellen vorstellt, intensives Stellenmarketing betrieben oder per Pushmitteilung über den aktuellen Bewerbungsstand informiert.

Dass die junge Zielgruppe täglich Social Media verwendet, ist selbstverständlich kein Geheimnis mehr. Allerdings versäumen viele Unternehmen es, über ihre Social Media Kanäle ein gutes Employer Branding zu betreiben oder Stellenanzeigen zu veröffentlichen.

Über soziale Netzwerke können Fotos, Videos etc. vom Arbeitsalltag und dem Team geteilt werden, welche nicht nur authentischer wirken, sondern potenziellen Bewerbern auch die Arbeitsatmosphäre deutlich besser vermittelt, als eine floskelhafte Benennung in den Stellenanzeigen. Laut Studienergebnissen sind Unternehmen mit einer ausgefeilten Social Media Strategie im Active Sourcing sogar fast doppelt so erfolgreich. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Zielgruppen genauer definiert wurden, Mitarbeiter gute Schulungen erhalten, individuelle Anschreiben verwendet und sowohl die Kontaktaufnahme, als auch alle bereits kontaktierten Kandidaten nachgefasst werden.

Wie in unserem letzten Beitrag bereits erwähnt, flattern die Bewerbungen auf Stellenanzeigen leider nicht mehr so zahlreich in die Postfächer der Unternehmen wie früher. 59,1 % der Kandidaten wollen vom Unternehmen angesprochen werden, anstatt selbst eine Bewerbung zu verschicken. Die Realität sieht allerdings noch anders aus: Gerade einmal jede zehnte Stelle wird über Active Sourcing vergeben. IT-Unternehmen sind da bereits schon weiter und vergeben jede fünfte Stelle über Active Sourcing. Die restlichen Stellen über die klassischen Kanäle, wie der unternehmenseigenen Website, Internet-Stellenbörsen oder Karrierenetzwerken. Dabei lohnt sich Active Sourcing vor allem bei Stellen, auf die nur wenige oder gar keine Bewerbungen eingegangen sind.

Auch den nächsten Trend nutzen zahlreiche Unternehmen noch nicht, obwohl er innerhalb der Personalabteilungen jede Menge Kapazitäten schafft. Durch Job-Recommander-Systeme werden den Kandidaten aufgrund ihres Profils passende Unternehmen bzw. Stellen vorgeschlagen. Der Innovationsvorsprung der Bewerber wird auch hier deutlich, denn 45 % nutzen solche Systeme schon. Auf Seite der Unternehmen verwendet es gerade mal jeder Zehnte.

Sechs von 10 Unternehmen sind sich einig. Der Umgang mit Chatbots wird in Zukunft immer wichtiger bei der Personalsuche werden. Sie beantworten den potenziellen Bewerbern automatisiert Fragen zu Themen wie Bewerbung, dem Unternehmen oder Karrieremöglichkeiten. Dabei haben Sie den Vorteil mehr Freiräume zu haben und die Bewerber erhalten schneller Rückmeldung auf Ihre Fragen.

Egal ob Sie sich für die Umsetzung eines dieser Trends entscheiden oder sich weiter umschauen werden: Schlagen Sie neue Wege im Recruiting ein und seien Sie immer auf dem neuesten Wissensstand, was digitale Trends angeht. So werden die zukünftigen Top-Mitarbeiter mit Sicherheit den Weg zu Ihnen finden.