Cultural Fit – Welcher Bewerber passt zum Unternehmen?

Welcher Personaler hat diese Situation nicht bereits erlebt? Ein Bewerber überzeugt mit fachlicher Kompetenz, ist ein Teamplayer und besitzt im besten Fall auch noch umfassende Berufserfahrung. Wenig später kommt dann das böse Erwachen: Der neue Kollege hat Probleme sich ins Team zu integrieren, arbeitet nicht produktiv und verlässt das Unternehmen anschließend während der Probezeit.

Doch woran lag es? Häufig kann ein fehlender Cultural Fit der Grund dafür sein.

Als Cultural Fit wird die Übereinstimmung zwischen Bewerber und Unternehmen, hinsichtlich Werten und Verhaltensweisen bezeichnet.

Cultural Fit

Im Gegensatz zum Professional Fit, welcher sich auf die fachliche Eignung fokussiert, zielt der Cultural Fit auf soziale Kompetenzen des Mitarbeiters ab. Hohe Teamfähigkeit eines Bewerbers wirkt sich beispielsweise gewinnbringend auf die Interaktion mit Kollegen aus. Eine fehlende Übereinstimmung zwischen Mitarbeiter und Unternehmen beeinflusst jedoch die Arbeitsatmosphäre negativ.
Wo bei Konzernen und Großunternehmen noch die Möglichkeit der Versetzung in andere Abteilungen oder Standorte besteht, bleibt mittelständischen Unternehmen häufig nur eine Entlassung, obwohl der Mitarbeiter eine hohe fachliche Eignung besitzt.

Auch wenn dieser Trendbegriff im vergangenen Jahr in aller Munde war, haben noch lange nicht alle deutschen Unternehmen den Cultural Fit als zentralen Faktor in ihren Rekrutierungsprozess etabliert.
Laut einer Studie des Online-Jobportals StepStone von 2017, legen 93% der Personalentscheider großen Wert auf eine hohe Passung des Bewerbers zum Unternehmen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Lediglich 41 % der Unternehmen gaben an, während der Bewerberauswahl den Cultural Fit zu überprüfen.

Viele Unternehmen begehen dabei den Fehler ihren Cultural Fit während des Bewerbungsprozesses zu definieren. Dabei werden bereits in Stellenanzeigen häufig nichtssagende Phrasen wie “flache Hierarchien”, ”familiäres Arbeitsklima“  oder “positive Teamkultur” verwendet. Vorteilhafter wäre es dagegen, den Cultural Fit von der eigenen Arbeitgebermarke abzuleiten.

Ist diese noch nicht klar definiert, kann ein Workshop mit den bestehenden Mitarbeitern helfen. Dieser trägt neben einer einheitlichen Vision, auch zu mehr Motivation bei und wirkt sich positiv auf den Teamzusammenhalt aus. Dabei sollten vordergründig folgende Fragen geklärt werden:

Was möchten wir nach außen darstellen?
Was ist uns wichtig?

Existiert bereits eine einheitliche Unternehmenskultur, sollte sie klar nach außen kommuniziert werden. An dieser Stelle empfiehlt sich der Aufbau einer guten Employer Branding-Strategie. Das schließt sowohl Aktivitäten auf sozialen Netzwerken, als auch auf der eigenen Unternehmenswebseite ein. Dabei gilt: Ehrlichkeit währt am längsten. Vermitteln Unternehmen deutlich ihre Unternehmenswerte, werden automatisch mehr Bewerber angesprochen, welche ebenfalls nach dieser Unternehmenskultur leben möchten. Davon profitieren beide Seiten dann auch langfristig.